Über uns

Das Historisch-Technische Museum beschäftigt sich seit dem Jahr 1990 mit der Aufarbeitung der Geschichte der Gemeinde Kummersdorf-Gut und der dazugehörigen ehemaligen Heeresversuchstelle Kummersdorf. Neben der wichtigen kommunalpolitischen Arbeit und dem Naturschutz ist dieses ein erklärtes Ziel der Bürgervereinigung und dieses Ziel ist auch in der Satzung festgeschrieben.
Mit der Ausweisung eines ca. 800 ha umfassenden Gebietes inmitten des größtenteils fiskalischen Kummersdorfer Forstes wurde im Jahre 1875 der Grundstein
Brückenpfeiler im Schumkasee
für einen der bedeutendsten militärischen Entwicklungs- und Erprobungsstätten in Deutschland gelegt. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung war eine Ausbau des Geländes bis zu einer Größenordnung von ca. 2500 ha erforderlich.
Bis zum Jahr 1945 wurden auf diesem Gelände umfangreiche Versuchreihen zur militärischen Ausrüstung auf den Gebieten der Artillerie, der Heeresbewaffnung, der Kraftfahrzeugerprobung, der Pionier- und Eisenbahnpioniertechnik, der Raketenentwicklung und -erprobung sowie die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Atomphysik durchgeführt. Die anschließende Nutzung des ehemaligen Kasernen- und Versuchsgeländes durch die sowjetischen Streitkräfte und der Ausbau dieses Standortes als Ausbildungsstätte für Logistik der GSSD erforderte damit auch weiterhin die ständige Deklarierung des Geländes als Sperrgebiet. Das ermöglichte den teilweisen Erhalt von zahlreichen historischen Objekten. Erst mit dem Abzug der Streitkräfte der GUS aus Kummersdorf-Gut und Sperenberg im Jahre 1994 ist es möglich, intensive militärhistorische Forschungsarbeit auf dem Gebiet der ehemaligen Heeresversuchsstelle Kummersdorf zu betreiben.
Großer Raketenprüfstand

Als Ergebnis unserer Forschungsarbeit konnte im Oktober 1995 die "Ständige Ausstellung" zur Geschichte der Heeresversuchsstelle eröffnet werden. Ab Mai 1996 werden gleichzeitig Führungen zu den bedeutenden und in interessanten Objekten auf dem Kasernengelände sowie im Bereich der Schießbahnen, des ehemaligen Lagers der Eisenbahnpioniere, des Flugplatzes Sperenberg, der Atom- und militärtechnischen Versuchsstelle Gottow und des Raketenversuchsgeländes durchgeführt.
Ein besonderes Studienobjekt ist das ehemalige Raketenversuchsgelände für Flüssigkeits- und Feststoffraketen mit seinen teilweise noch erhaltenen Raketenprüf- und -versuchsständen aus den Jahren 1930 bis 1945. Auf diesem Versuchsgelände hat Wernher von Braun ab dem Jahr 1932 mit seinem Team bis zum Umzug nach Peenemünde im Jahr 1937 gearbeitet. Hier wurden unter seiner Leitung die Versuchraketen A1, A2 und A3 entwickelt und erprobt und in Vorstufen auch die inzwischen legendäre damalige Großrakete A4 (V2), die als erste Rakete bis in den Weltraum vorstieß.
Ziel des Historisch - Technischen Museums ist es, die Raketenversuchstellen Kummersdorf-West und Kummersdorf-Ost ihrer Bedeutung als "Wahrer Geburtsort der Raumfahrt" entsprechend zu dokumentieren und der Öffentlichkeit verstärkt zugänglich zu machen. Neben der dazu erforderlichen Erschließung und Erforschung des Geländes sollen die bestehenden Objekte und Prüfstände als "Technische Denkmale" erhalten, gesichert und zur Darstellung ihrer Funktion teilweise rekonstruiert werden. Ein großer Teil der bisher ehrenamtlich geleisteten Erhaltungs- und Pflegearbeiten wurden in diese genannten Baulichkeiten und deren Umfeld investiert. Aufgrund ihrer Einmaligkeit in der ganzen Welt - es gibt keine weiteren Prüfstände aus dieser Zeit der Raketenentwicklung - wollen wir den Bereich der Raketenentwicklung und -erprobung als das zentrale Thema des Museums ausbauen.